Literarische Begegnung: Frauen im Alten Testament: schön – schlau – gefährlich

Freitag, 25.09.26, 19.30 Uhr, Musiksaal
Karten für 10,- Euro sind über www.okticket.de oder an der Abendkasse erhältlich.

Zu einem eher unüblichen Abendtermin in Speinshart sind alle eingeladen, die Lust auf gute Geschichten und eine besondere Erzählweise haben. Denn sie werden in den alten Orient entführt mit einer musikalischen und sinnlichen Lesung, die für Ohr und Auge gleichermaßen Überraschungen bietet.

Ganz wörtlich geht es dabei von Adam bis zu Lilith – Adams erster Frau. Tatsächlich! Und auch Evas Erschaffung klappte erst beim zweiten Versuch. Oder wer weiß schon, dass Samsons erste Gattin Opfer eines Verbrechens wurde, an dem der starke Held nicht ganz unschuldig war? Seine zweite Frau Delila allerdings erwies sich ihm an Verführungskunst und Raffinesse überlegen.

Ja, im Buch der Bücher wird man wie so oft fündig: Menschen in extremen Situationen, die sie zu bewältigen suchen.

Oft ist der Held – eine Frau! „Frauen im Alten Testament: schön – schlau – gefährlich“, so der Titel des Abends. Denn es sind starke Frauen, von denen hier erzählt wird. Sie setzen Kopf und Körper ein, um andere zu retten.

Leider fallen den Aktivitäten Männer zum Opfer – die sich innerhalb der Erzählungen vom strahlenden zum tragischen Helden wandeln. Bevor Holofernes den Kopf ganz verlor, hatte er immerhin noch einen netten Abend.

Das Alte Testament ist eine Fundgrube von Geschichten, in denen heftigste Emotionen, erschreckende Taten aber auch Weisheit und Lebenserfahrung zeigen, dass Menschen auch über Jahrtausende hinweg von immer dem Gleichen bewegt werden: der Beziehung zwischen den Geschlechtern, dem Wunsch nach Frieden und Selbstbestimmung und dem Mut, sich dafür stark zu machen.

Ein aktuelles, modernes und selbstbewusstes Frauenbild, was man im Alten Testament nicht sofort erwarten würde. Und wenn man dabei genau hinsieht, dann scheint es, als hätten die Erzähler früherer Zeiten über eine große Portion Humor und Ironie verfügt – die erst mit dem gekonnten Vortrag und der passenden Musik deutlich zum Vorschein kommt.

Die Akteure dieses besonderen Abends sind: die Journalistin und Moderatorin Agnes 0. Eisenreich (Text), die Musiker Hans Wax und Stefan Huber und die Tanz-/Sozialpädagogin Katja Qreini.

Es ist das Nachfolgeprogramm zu „Aus der wilden Oberpfalz: Alte Geschichten neu erzählt“, mit dem die Bühnenprofis in den vergangenen Jahren durch die Oberpfalz und Niederbayern unterwegs waren.  Und Erzählerin und Musiker bleiben sich treu. Auch dieses neue abendfüllende Programm basiert auf einem aufwändigen, aufeinander abgestimmten Konzept. Musik und Text ergänzen sich, setzen die Geschichten fort – ergänzen und kommentieren sich gegenseitig.  Das alles hat großen Unterhaltungswert, ist mal ausgesprochen komisch – mal eher nachdenklich und immer wieder von überraschenden Wendungen geprägt.

Ein großer Teil des Abends besteht aus Melodien zum Hineinträumen, zum Mitwippen, zum Lauschen und Mitsummen. Musik aus verschiedenen Kulturen werden dabei mit unterschiedlichsten Instrumenten aus der ganzen Welt umgesetzt. Mit dabei sind u.a. so bekannte Instrumente wie die Gitarre, das Akkordeon oder die Ukulele. Aber auch die Zungenschlitztrommel, die Darabouka, eine Udu, das Monochord und noch einige andere Instrumente aus dem afrikanisch-arabischen und asiatischen Raum. Und Tango und Zweifacher sind auf einmal eins.

Karten für 10,- Euro sind über www.okticket.de oder an der Abendkasse erhältlich.

Zu den Akteuren

Agnes O. Eisenreich (Foto: Petra Rummel)

Die Erzählerin:

Agnes 0. Eisenreich arbeitet als Redakteurin bei der Abendschau des Bayerischen Fernsehens. Zuvor war sie lange als Moderatorin und Redakteurin eines der bekanntesten Gesichter des Regionalsenders Oberpfalz TV. Sie beschäftigt sich gern mit Geschichten, die hinter der Fassade zu finden sind – und dafür muss man nicht weit gehen, wie sie meint.

Die Musiker:

Stefan Huber
(Foto: Josef Kölbl)

Stefan Huber hat schon als Jugendlicher mit Akkordeon oder Keyboard für Stimmung bei Festen in seinem Heimatort gesorgt. Später studierte er Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik und bildete sich in Percussion fort. Aktuell ist er als Dozent an den Fachakademien für Sozialpädagogik in Weiden und Regensburg beschäftigt. Er baut und entwickelt selbst Instrumente und tritt als Multi-Instrumentalist auf.

Hans Wax
(Foto: Ulrike Schrettenbrunner-Wax)

Hans Wax war 30 Jahre beschäftigt beim Bezirk Oberpfalz und als solcher u.a. zuständig für die Volksmusik-Heimatpflege. Er spielt meisterhaft den böhmischen Bock, eine Dudelsack-Art, die in Böhmen, aber auch in Niederbayern und der Oberpfalz eine lange Tradition hat. Ein wahrer Meister aber ist er auf der Gitarre, auf der er mal Folk, mal Klassik, mal Rock erklingen läßt. Und der musikalische Weg vom Zwiefachen zum temperamentvollen Tango ist da ganz schnell zurückgelegt.

Katja Qreini
(Foto: Julia Sollinger)

Die studierte Sozialpädagogin (Musik) Katja Qreini kommt zwar eigentlich aus Franken, hat sich aber schon lange Jahre mit Tanz und Bewegung beschäftigt – und dabei auch mit dem orientalischen Tanz. Sie zeigt, wie ausdrucksstark man durch Tanz Menschen ansprechen kann.