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Heilige und Selige des Ordens


GEDENK- UND FESTTAGE

14. Januar
Heiliger Gottfried von Cappenberg, * um 1097, † 13. Januar 1127
Gottfried aus dem mit den Saliern und Staufern verwandten Geschlecht der Grafen von Cappenberg in Westfalen übereignete die Burg Cappenberg gegen den Willen seines Schwiegervaters, des Grafen Friedrich von Arnsberg, nach der Teilnahme an der Belagerung und Zerstörung von Münster in Westfalen 1121 gemeinsam mit seinem Bruder Otto am 31. Mai 1122 dem hl. Norbert; so kam es zur ersten Niederlassung des Prämonstratenser-Ordens in Deutschland. Weitere Propsteien entstanden 1123 auf Gottfrieds Gütern in Ilbenstadt (Wetterau) und 1128 in Varlar bei Coesfeld (Westfalen). Seine Gattin Jutta und seine Schwestern Godberga und Beatrix traten in das Cappenberger Chorfrauenstift ein, das um 1200 nach Oberndorf bei Wesel verlegt wurde. Nach dem Tod des Grafen Friedrich nahmen auch die beiden Brüder 1124 das weiße Ordensgewand. In Cappenberg errichtete Gottfried ein Krankenhaus für Arme und Notleidende, in dem er selbst tatkräftig mitarbeitete. 1125 rief Norbert seinen Schüler nach Prémontré, wo jener zum Akolythen geweiht wurde, und 1126 nach Magdeburg. Aus Gesundheitsgründen musste Gottfried schon bald nach Ilbenstadt zurückkehren, wo er kaum 30jährig am 13. Januar 1127 starb.Reliquien: Cappenberg und Ilbenstadt
Kultapprobation: 1614 für Cappenberg, 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Graf/Ritter, als Prämonstratenser, mit abgelegter Krone, Kirchenmodellen, Brotschüssel und Totenkopf, vor einem Engel mit Kreuz und Krone kniend, zu Füßen Weltkugel, Szepter und Perlenkranz, mit Erscheinung des Jesuskindes, das ihm eine Krone aufsetzt.

4. Februar
Heiliger Friedrich von Mariengaarde, Abt, * unbekannt, † 3. März 1175
Friedrich war Sohn einer armen Witwe aus Hallum (bei Leeuwarden/Friesland). Schon früh erkannte man seine Berufung zum Priester, er bekam Lateinunterricht, bis er das Studium der Heiligen Schrift in Münster aufnehmen konnte. Nach dessen erfolgreicher Beendigung arbeitete er zunächst als Lehrer, bevor er zum Priester geweiht wurde und als Kaplan, später als Pfarrer von Hallum wirkte. Sein Ziel war es, dort ein Krankenhaus zu errichten und ein Kloster zu gründen. Nachdem er einige Zeit bei den Prämonstratensern von Marienweerd gelebt hatte, um sich in das klösterliche Leben einzuüben, sammelte er einige Gefährten um sich und gründete mit ihnen 1163 das der Gottesmutter geweihte Kloster Mariengaarde. Zunächst lebten dort Männer und Frauen gemeinsam, doch zogen die Prämonstratenserinnen später ins benachbarte Betlehem (heute: Bartlehiem) um. Friedrich blieb Abt, Pfarrer von Hallum und Rektor von Betlehem in Personalunion. Im Prämonstratenserinnen-Kloster Betlehem erkrankte Friedrich, so kehrte er nach Hallum zurück, wo er in der gleichen Kirche, in der er auch seine Primiz gefeiert hatte, seine letzte Messe feierte. Nach dem Gottesdienst begab er sich in die Abtei, wo er am 3. März 1175 im Kreis seiner Mitbrüder verstarb.Reliquien: Leffe
Kultapprobation: 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Abt, Stifter und Bauherr, mit Blumen in den Händen und Marienmonogramm.

10. Februar
Seliger Hugo von Fosses, Abt, * um 1093, † 10. Februar um 1164
Als Hofkaplan des Bischofs Burkhard von Cambrai schloss sich Hugo, zuvor Kleriker des Stiftskapitels seiner Heimatstadt Fosses-la-Ville nahe Namur, dem hl. Norbert an, den er am 26. März 1119 in Valenciennes kennengelernt hatte. Er wurde besonders von Norberts Ideal der radikalen Christusnachfolge angesprochen und bald dessen rechte Hand als Stellvertreter in der Leitung des Mutterklosters Prémontré. Nach der Ernennung des Ordensgründers zum Erzbischof von Magdeburg wählten die Mitbrüder ihren Prior Hugo nach 1128 zum ersten Abt von Prémontré. Er baute die Abteikirche und die Konventgebäude. Um die Einheit unter den zahlreichen Gründungen Norberts zu erhalten, rief er die Oberen aller Häuser zu einem Treffen zusammen, aus dem sich später das Generalkapitel entwickelte. Zudem stellte er die ersten Statuten und das erste Zeremonienbuch mit liturgischen Vorschriften des Prämonstratenser-Ordens zusammen und ließ das Leben des hl. Norbert aufschreiben. Dank Hugo wurde eine Ordnung geschaffen, die es dem jungen Orden ermöglichte, durch die Jahrhunderte fortzubestehen. Er gilt als Organisator und erster Generalabt der Prämonstratenser, er hatte wesentlichen Anteil an der inneren Festigung und dem raschen Aufblühen des Ordens, der unter seiner Leitung auf über 100 Klöster anwuchs. 1161 dankte Hugo nach 33 Jahren als Abt von Prémontré ab und starb an einem 10. Februar vermutlich im Jahr 1164. Reliquien: Rom
Kultapprobation: 13.07.1927 durch Pius XI.
Darstellung: als Ordensmann mit Kapuze, als Abt, mit Kelch und Almutium, Kirchenmodell,
Buch der Statuten/Liturgie, in Begegnung mit Burkhard und Norbert,
von Norbert dem Auferstandenen vorgestellt.

17. Februar
Heiliger Evermod von Ratzeburg, Bischof, * unbekannt, † 17. Februar 1178
Nach einer Predigt des hl. Norbert in Cambrai schloss sich Evermod 1120 dem Wanderprediger in noch jugendlichem Alter an. Er wurde einer der treuesten Schüler Norberts, begleitete diesen vermutlich nach Antwerpen, später nach Magdeburg und blieb sein Reisebegleiter bis zu dessen Tod. Im 1131 von Norbert gegründeten Prämonstratenser-Kloster Gottesgnaden nahe Magdeburg wirkte Evermod zunächst als Vizepropst und Provisor, ab 1134 als Propst. Von 1138-1154 war er Propst in Magdeburg und gründete vier neue Klöster: Havelberg, Jerichow, Quedlinburg und Pöhlde. 1154 vertraute man ihm das wiedererrichtete Bistum Ratzeburg an, das 1066 im Wendenaufstand untergegangen war. Mit Hilfe einiger Mitbrüder, die er aus Magdeburg mitbrachte, verwandelte Bischof Evermod das gerade erst installierte Domkapitel in ein Prämonstratenser-Kapitel. Wegen seiner erfolgreichen Missionstätigkeit unter den überwiegend heidnischen Wenden wird er auch „Apostel der Wenden“ und „Licht Sachsens“ genannt. Sein Bistum war gut organisiert. In Ratzeburg begann er um 1165 mit dem Bau des heutigen Domes und legte damit den Grundstein auch für die spätere Stadt. Evermod starb, alt und entkräftet, am 17. Februar 1178.Reliquien: keine vorhanden
Kultapprobation: 20.03./12.04.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Bischof, Prediger der Wenden, mit Weihwasserwedel und zersprungener Kette,
mit Mitbrüdern am Sterbebett des hl. Norbert.

26. April
Heiliger Ludolph, Bischof, Märtyrer, * unbekannt, † 29. März 1250
Ludolph war prämonstratensischer Domherr an der Bischofskirche zu Ratzeburg und hatte dort eine Zeitlang das Amt des Kämmerers inne. Im Jahr 1236 wurde er zum Bischof von Ratzeburg ernannt. Er lebte mit seinen Mitbrüdern im Schatten der Kathedrale ein solch strenges Klosterleben, dass das Stift den Beinamen „carcer ordinis“ (Gefängnis des Ordens) erhielt. Ludolph stellte seine ganze Kraft in den Dienst der Kirche, indem er predigte und Pastoralbesuche unternahm. Er gilt als Mitbegründer des Klosters Rehna in Mecklenburg. Papst Innozenz IX. betraute ihn zudem mit einigen politischen Missionen. Seine härteste Prüfung als Bischof musste er bei den Streitigkeiten mit der staatlichen Autorität bestehen. Fürst Albert von Sachsen-Lauenburg, der „Bär von Sachsen“, bemächtigte sich einiger Güter, die der Kathedrale gehörten. Ludolph leistete Widerstand, worauf Albert ihn ins Gefängnis werfen und foltern ließ. Der Unpopularität des Vorgehens bewusst, entließ man Ludolph nach langer Haft und brachte ihn zu Fürst Johannes von Mecklenburg, wo er bei den Franziskanern von Wismar Aufnahme fand. Ludolph starb am 29. März 1250 an den Folgen der Haft; er wird als Märtyrer für die Rechte und Freiheit der Kirche verehrt.Reliquien: Hamborn
Kultapprobation: 20.03./12.04.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Bischof, einen Jungen mit Pfeilen im Kopf heilend, im Kerker, mit Marterwerkzeugen (Folterbank, Geißel, Beil, Lanze, Schwert, Flaschenzughaken) und Siegespalme,
mit Erscheinung von Evermod und Isfried.

21. Mai (außerhalb des deutschen Sprachgebietes: 24. Mai)
Heiliger Hermann-Joseph, * um 1150, † vermutlich 4. April 1241
Der aus Köln stammende Hermann trat bereits als Jugendlicher um 1162 in das Prämonstratenser-Kloster Steinfeld ein und wurde zu Studien nach Mariengaarde in Friesland geschickt. Nach der Priesterweihe trug man dem großen Marienverehrer neben der geistlichen Sorge für Schwesterngemeinschaften den Dienst in der Sakristei und im Refektorium der Abtei auf. Bei dieser Handarbeit entwickelte er ein außergewöhnliches inneres Leben und empfing mystische Gnaden. Hermann, bewundert wegen seiner Visionen und Ekstasen, aber auch verspottet und von Krankheit gequält, erhielt in einer mystischen Vermählung von Maria den Beinamen „Joseph“. Der Steinfelder Chorherr verfasste mehrere Hymnen zu Ehren der Gottesmutter, einen Kommentar zum Hohenlied und Gedichte über die hl. Ursula mit ihren Gefährtinnen – alles in gefühlvollem Stil, der aus ihm ein wahres poetisches Talent machte. Hermann-Joseph ist einer der ersten, der ausdrücklich das Herz Jesu verehrte, und zwar in einer authentischen Mystik, die sich aus der Hl. Schrift nährt. Neben seiner Bußgesinnung, Demut und tiefen Spiritualität rühmte man seine Geschicktheit beim Herstellen und Reparieren von Uhren. In der Fastenzeit 1241 begab sich der Hochbetagte in das nahegelegene Zisterzienserinnen-Kloster Hoven bei Zülpich, wo er an einem Osterdonnerstag (vermutlich am 4. April 1241) starb.Reliquien: Steinfeld
Kultapprobation: 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII. und 11.08.1958 durch Pius XII.
Darstellung: als Prämonstratenser mit Maria und Jesuskind, mit Apfel, Lilie, Rosenkelch, Kelch, Schlüssel und Schreibutensilien, als Kind dem Jesuskind einen Apfel reichend, bei der „mystischen Verlobung“ mit Maria (mit Ringübergabe), bei einer Herz-Jesu-Vision.

6. Juni
Heiliger Norbert von Xanten, Ordensgründer, Erzbischof, * um 1180, † 6. Juni 1134
Norbert aus dem Geschlecht der Herren von Gennep war Kanoniker des Kollegiatsstiftes St. Viktor zu Xanten und empfing die Subdiakonatsweihe, ohne sich ernsthaft um das Leben als Kleriker zu bemühen. Um 1108-1109 finden wir ihn als Hofkaplan bei Erzbischof Friedrich von Köln und vor 1110 bei Kaiser Heinrich V., den er nach Rom begleitete, wo Unruhen bezüglich der Investitur wüteten. Am 28. Mai 1115 wurde er – nach Bericht der Vita A – auf dem Ritt nach Vreden bei einem Unwetter durch einen Blitzschlag vom Pferd geworfen und vollzog eine radikale Konversion. Von einer großen Liebe zu Christus erfüllt, verschrieb er sich ganz der Gregorianischen Kirchenreform, die auf eine Erneuerung der
vita apostolica abzielte. Deshalb ließ er sich im Dezember 1115 an einem einzigen Tag zum Diakon und Priester weihen und war in der Folgezeit als Wanderprediger unterwegs; die Erlaubnis hierzu erteilte ihm Papst Gelasius II. 1118 im Kloster St-Gilles. Auf Wunsch Papst Callixtus‘ II. und mit Unterstützung des Bischofs Bartholomäus von Laon legte Norbert zusammen mit einigen Gefährten durch die Profess am Weihnachtstag 1121 das Fundament für den Orden von Prémontré, welcher sich schnell in ganz Europa ausbreitete. Sie versprachen, nach der Weisung und Art der Apostel sowie der Augustinusregel zu leben. Als Habit wählte Norbert ungebleichte Wolle und nicht schwarzen Stoff – er wollte, dass die Seinen wie die Engel am Grab Jesu Christi Zeugen der Auferstehung seien. Die Messfeier stand im Zentrum des Tages, zudem zeichnete die Gründergeneration eine tiefe Verehrung der Gottesmutter Maria aus, die sie zur Patronin der ersten Kirche wählten. Neben den Kanonikern lebten in Prémontré auch viele Laienbrüder und Schwestern, die im Hospiz Arme und Pilger beherbergten. Nachdem Norbert Prior Hugo von Fosses die Leitung der Gemeinschaft übertragen hatte, zog er erneut los, um zu predigen und Gefährten für seine Reformbewegung zu sammeln; es entstanden Klostergründungen in Antwerpen, Cappenberg, Cuissy, Floreffe, Laon und anderen Orten. Der neue, von Norbert initiierte Orden wurde am 16. Februar 1126 von Papst Honorius II. bestätigt.Das Jahr 1126 bedeutete einen großen Einschnitt im Leben des Wanderpredigers, denn er wurde auf dem Reichstag zu Speyer zum Erzbischof von Magdeburg ernannt. Am 18. Juli 1126 zog Norbert barfuß und im Büßergewand in seine Bischofsstadt ein. Viel Arbeit wartete auf ihn: Es galt, in Magdeburg Missbräuche abzustellen und Veräußerungen von Kirchengut zu widerrufen. Norbert machte sich ohne Zögern ans Werk, wobei die Reform des Klerus sein erstes Ziel war. Er holte Mitbrüder aus Prémontré nach Magdeburg und vertraute ihnen die Kirche „Unserer Lieben Frauen“ an; zudem gründete er Prämonstratenser-Klöster in Gottesgnaden und Pöhlde. Als Hirte seiner Diözese passte er das Ordensleben seiner Mitbrüder mehr an die Seelsorgsaufgaben als an den Rückzug aus der Welt nach Art von Prémontré an. In den nur acht Jahren als Bischof konnte er nicht alle seiner Pläne verwirklichen; so mühten sich seine Ordensbrüder nach seinem Tod weiter um die Missionierung der Wenden. Die letzten Jahre seines Lebens waren von politischen Aktivitäten im Dienst der Kirche und des Kaisers geprägt. Er griff ein, um den Frieden zwischen Kaiser Lothar III. und Papst Innozenz II. wiederherzustellen; auch erwies er sich als erbitterter Verteidiger des Papstes Innozenz gegen den Gegenpapst Anaklet. Im Jahre 1132 begleitete er als stellvertretender Erzkanzler für Italien König Lothar zu dessen Kaiserkrönung nach Rom, doch erkrankte er bei dieser Reise wohl an Malaria. Norbert konnte am Gründonnerstag noch die Hl. Öle segnen, doch feierte er seine letzte Messe am Ostertag sitzend. Am 6. Juni 1134 verstarb der Gründer des Prämonstratenser-Ordens in seiner Bischofsstadt Magdeburg. Seine Gebeine wurden 1626/1627 aus Magdeburg in die Abtei Strahov (Prag) überführt.
Reliquien: Strahov/Prag
Kultapprobation: 28.07.1582 durch Gregor XIII.
Darstellung: als Prämonstratenser (teilweise mit Kapuze) und Erzbischof, mit Monstranz, Kelch (mit Spinne), Evangelienbuch und Ölzweig, mit Tanchelm oder einem gefesselten Teufel zu Füßen.

15. Juni
Heiliger Isfried, Bischof, * um 1115, † 15. Juni 1204
Isfried, Chorherr der Abtei Cappenberg, seit 1159 erster Propst von Jerichow und Erbauer der romanischen Stiftskirche wurde 1178 Bischof von Ratzeburg und damit Nachfolger des hl. Evermod. Hier machte er sich um Dombau und Errichtung von Pfarreien verdient und förderte die Christianisierung des Wendenlandes. Selbst von strenger Bußgesinnung, erwies er sich den aufständischen Wenden gegenüber als milder Richter und versuchte, sie durch seine Predigt zu überzeugen. Im Jahr 1190 besuchte er die Abtei Floreffe bei Namur, die durch einen Brand zerstört war. Ihm gelang es, die Chorherren, die eineinhalb Jahre in alle Himmelsrichtungen zerstreut waren, zur Rückkehr zu bewegen; er stellte das Kloster wieder her und weihte an einem Tag sieben Altäre. Ebenfalls 1190 benedizierte er die romanische Kirche von Postel, 1194 jene von Klosterrath. Im Streit zwischen der kaiserlichen Stauferpartei und der päpstlich gesinnten Welfenpartei stellte er sich trotz Drohungen auf die Seite des geschlagenen Herzogs Heinrich von Sachsen und Bayern, dem er einst den Lehenseid geschworen hatte. Entgegen den Ränken Kaiser Friedrichs und seines Vasallen Bernhard von Anhalt verteidigte er die Rechte seines Volkes. Isfried starb fast 90jährig am 15. Juni 1204. Reliquien: keine vorhanden
Kultapprobation: 20.03./12.04.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Chorherr mit Weinglas und Buch, als Bischof, einem Jungen die Augen heilend,
eine Gestalt zu Boden tretend.

9. Juli
Heiliger Adrian, Märtyrer, * um 1528, † 9. Juli 1572
und heiliger Jakob Lacoupe, Märtyrer, * um 1542, † 9. Juli 1572
Adrian Jansen mit dem Beinamen „Becanus“, weil er aus Hilvarenbeek (Brabant) stammte, trat 1544 in die Prämonstratenser-Abtei Middelburg in der niederländischen Provinz Zeeland ein. Er wirkte als Novizenmeister und Kaplan. Um 1560 wurde er Pfarrer in Agterkerke und 1572 Pfarrer von Monster. Adrian war ein vorbildlicher Seelsorger in seiner Pfarrei, die schon mehrere Calvinisten zählte. 1572 überfielen die "Geusen" den Pfarrhof und verschleppten Adrian und seinen Mitbruder Jakob Lacoupe, der als Kaplan in Monster wirkte. Dasselbe Schicksal erlitten auch je ein Augustiner und Dominikaner, elf Franziskaner und vier Weltpriester; sie mussten unter Schlägen, Beleidigungen und dem Geschrei der Menge durch die Straßen gehen, sich strengen Verhören unterziehen, bei denen sie die eucharistische Realpräsenz und den Primat des Papstes verteidigten. Ihnen wurde das Essen entzogen, sie wurden misshandelt und grausam gefoltert, schließlich nach Gorcum (heute: Gorinchem) gebracht und erhängt.
Auch Jakob Lacoupe aus Oudenaarde (Flandern) war Chorherr der Abtei Middelburg ein. 1566 trat er zur Reformation über, wurde protestantischer Pastor und schrieb gegen die katholische Kirche. Sein Vater und sein Bruder, der ebenfalls Prämonstratenser in Middelburg war, konnten ihn wenige Monate später zur Rückkehr in sein Kloster bewegen, worauf ihn Abt Nikolaus van den Burcht nach fünf Jahren Bußzeit in der Abtei Marienweerd 1572 zum Kaplan in Monster ernannte. Zusammen mit seinem Pfarrer Adrian Jansens erlitt er am 9. Juli 1572 den Märtyrertod. Reliquien der Märtyrer von Gorcum: Gorcum, Brüssel und Averbode
Kultapprobation: 24.11.1675 durch Clemens X. und 29.06.1867 durch Pius IX.
Darstellung: als Prämonstratenser, mit Schlinge, am Galgen, mit Tiara, Kelch, Monstranz,
Buch und Siegespalme.

14. Juli
Seliger Hroznata, Märtyrer, * um 1170, † 14. Juli 1217
Um 1170 geboren, wurde der böhmische Adlige Hroznata nach dem frühen Tod des Vaters bei seiner in Krakau lebenden Schwester Wojslawa erzogen. Wieder in Böhmen, heiratete der begabte junge Mann, doch schon bald verlor er seine Frau und seinen Sohn. Statt der versprochenen Teilnahme an den Kreuzzügen ins Heilige Land stiftete er um das Jahr 1193 die Prämonstratenser-Abtei Tepl und um 1202 das Schwesternkloster Chotieschau. Später wurde er selbst Ordensmann in Tepl. Die Überlieferung berichtet, dass er in Rom von Papst Innozenz III. mit dem weißen Habit der Prämonstratenser eingekleidet wurde. Wegen seiner reichen Erfahrung in wirtschaftlichen Fragen ernannte ihn Abt Johannes zu seinem Stellvertreter und zum Verwalter des Besitzes. Mit ganzer Kraft setzte sich Hroznata für die Sache der Abtei ein. Deswegen wurde er von Feinden des Klosters gefangengenommen und in Hohenberg im Fichtelgebirge (oder Alt-Kinsberg bei Eger) eingekerkert, um ein Lösegeld zu erpressen. In der Gefangenschaft, wo er gefoltert wurde, starb der bekannte Klostergründer und eifrige Prämonstratenser, treue Verwalter und unbeugsame Verteidiger des Stiftes am 14. Juli 1217 den Hungertod.Reliquien: Tepl
Kultapprobation: 16.09.1897 durch Leo XIII.
Darstellung: als Prämonstratenser mit Kirchenmodell(en), bei Marienerscheinung, mit Eisenketten und Fesseln, im Kerker, eine Krone auf dem Haupt oder zu Füßen, im Todeskampf, mit Siegespalme.

13. August
Selige Gertrud, * wohl 29. September 1227, † 13. August 1297
Gertrud war Tochter des wenige Wochen zuvor beim siebten Kreuzzug gefallenen Landgrafen Ludwig von Thüringen und Hessen und seiner Frau, der hl. Elisabeth. Einem Gelübde ihrer noch schwangeren Mutter getreu, wurde das Kind dem Prämonstratenserinnen-Stift Altenberg (Gemeinde Solms) nahe Wetzlar anvertraut, wo es erzogen wurde und ins Kloster eintrat. Obwohl auch Elisabeth wenige Jahre nach der Geburt Gertruds 1231 starb, erinnerte sich die Klostergemeinschaft von Altenberg stets an ihre Besuche, bei denen die Landgräfin mit den Schwestern Wolle sponn und strickte. Mit acht Jahren konnte Gertrud im Mai 1235 die Heiligsprechung ihrer Mutter in Marburg mitfeiern; mit 21 Jahren wurde sie 1248 die dritte Magistra von Altenberg. Aus ihrem Erbgut errichtete sie die gotische Stiftskirche sowie Häuser für Arme und Kranke, in denen sie tatkräftig mitarbeitete. Gertrud war eine glühende Anhängerin der Kreuzzugsbewegung und der Einführung des Fronleichnamsfestes, das bereits 1270 in Altenberg gefeiert wurde. Als Frau der Buße und Kasteiungen hatte sie das Charisma, verfeindete Menschen zu versöhnen. 69jährig starb Gertrud nach 49 Jahren als Oberin am 13. August 1297 an einer schweren Krankheit.Reliquien: Altenberg
Kultapprobation: 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Prämonstratenserin mit Rochett, Almutium und Äbtissinnenstab, mit Löwe,
Lilie, Kreuz, Leidenswerkzeugen, Schlüssel, Buch und Tiara, mit Erscheinung des Jesuskindes
mit Kreuz, das ihr die Dornenkrone aufsetzt.

30. August (in Polen: 1. September)
Sel. Bronislawa, * um 1203, † 29. August 1259

Die adlige Bronislawa aus Kamien/Großstein (Schlesien) trat 1219 in das Prämonstratenserinnen-Kloster Zwierzyniec ein, wo sie 40 Jahre lebte. Sie war mit dem Dominikanerheiligen Hyazinth verwandt, bei dessen Tod sie am 15. August 1257 in einer Vision sah, wie ihn Maria in den Himmel hineinführte. Ihr inständiges Gebet, ihre Betrachtungen über die Passion Jesu Christi und ihre Verehrung des Hl. Kreuzes beeindruckten die Zeitgenossen sehr. Während ihres Lebens zerstörten die Tartaren zweimal die Stadt Krakau und die Region samt Kloster; sie hinterließen eine Spur des Elends. Zudem wütete in jenen Jahren die Pest in Europa. Bronislawa war, unterstützt von ihren Mitschwestern, immer ein „Engel des Trostes“ für die Armen, denen sie geistlich und materiell half – so verteilte sie Nahrung, Kleidung und Medizin. Das Kreuz war ihr Hilfe und Schutz, so wird sie häufig als Betende vor Jesus dargestellt, der ihr das Kreuz mit den Worten zeigt: „Dein Kreuz ist mein Kreuz; meine Herrlichkeit wird auch deine sein.” In allen Bedrängnissen verlor Bronislawa nie die Hoffnung, oft zog sie sich zum Gebet in die Einsamkeit des Sikornik-Hügels nahe Krakau zurück, wo sie am 29. August 1259 starb.
Reliquien: Zwierzyniec/Krakau
Kultapprobation: 23.08.1839 durch Gregor XVI.
Darstellung: als Prämonstratenserin mit Schleier und Lilie, als Betende vor dem Kreuz Jesu.

13. Oktober
Seliger Petrus-Adrian Toulorge, Märtyrer, * 4. Mai 1757, † 13. Oktober 1793
In Muneville-le-Bingard (Normandie) geboren, wurde der Weltpriester Petrus-Adrian Toulorge im Dezember 1782 Kaplan von Doville. Dort erlebte er den großen Eifer seines Prämonstratenser-Pfarrers Jacques-François Le Canut, mit dem er öfter in der Prämonstratenser-Abtei Blanchelande zu Gast war. Begeistert vom Ideal des hl. Norbert trat Petrus-Adrian dort ein. Nach der Verabschiedung der Zivilverfassung für den Klerus übte der Chorherr seinen Dienst in den umliegenden Pfarreien aus. Als er vom Gesetz des 26. August 1792 hörte, das alle Priester, die ein öffentliches Amt ausüben und den Eid auf die Revolutionsverfassung nicht geleistet hatten, zur Deportation verdammte, glaubte er sich davon betroffen und beschloss, auf die englische Insel Jersey auszuwandern. Als er dort seinen Irrtum bemerkte, fuhr er bei erster Gelegenheit zurück und übte seinen seelsorglichen Dienst im Geheimen weiter aus. Im September 1793 wurde Petrus-Adrian festgenommen und verurteilt. Das Tribunal war von seinem kurzen Aufenthalt in Jersey überzeugt, aber besaß dafür keinen Beweis. Nach einigem Zögern beschloss er trotz Gefahr für sein Leben, die ganze Wahrheit zu sagen - im Wissen, dass er letztlich als katholischer Priester verfolgt war. Die Nacht vor seinem Tod schrieb er drei beeindruckende Briefe; einer endet mit den Worten: „Ich wünsche dir Gottes Segen. Am Vorabend meines Martyriums.“ Petrus-Adrian Toulorge starb am 13. Oktober 1793 in Coutances unter der Guillotine und wurde schon bald als „Märtyrer der Wahrheit“ verehrt.Reliquien: keine vorhanden
Seligsprechung: 29.4.2012 durch Benedikt XVI.
Darstellung: als Prämonstratenser, mit Guillotine und Evangelienbuch.

20. Oktober
Seliger Jakob Kern, * 11. April 1897, † 20. Oktober 1924
Der aus Wien stammende Franz Alexander Kern wurde 1915 Soldat und kehrte schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Nach der Einkleidung im Prämonstratenser-Stift Geras am 18. Oktober 1920 empfing Frater Jakob am 23. Juli 1922 die Priesterweihe und wirkte als engagierter Seelsorger in den Pfarreien um Geras. Die qualvollen Schmerzen aus seiner Kriegsverletzung sah er als Sühne für die Verirrungen eines Mitbruders an, der kurz zuvor die tschechische Nationalkirche gegründet hatte. Jakob Kern sagte bei seiner Primiz, dass „diesem Palmsonntag die Passion folgen werde“. Seine Predigten kamen von Herzen und trafen die Zuhörer, die Ausstrahlung und das authentische Leben des „guten Herrn Jakob“ faszinierten die Menschen. 1923 musste man ihm drei Rippen unter örtlicher Betäubung herausnehmen: Sein Kreuzweg begann. In Meran verbrachte er einige Monate, um sich zu erholen. Nach seiner Rückkehr nach Niederösterreich übte er seine Seelsorgstätigkeit wieder aus, doch verschlechterte sich sein Zustand. Erneut lieferte man ihn ins Krankenhaus ein, wo er viel leiden musste. Am 20. Oktober 1924, dem geplanten Tag seiner Ewigen Profess, operierte man ihn ein letztes Mal. Jakob Kern starb mittags beim Läuten des Angelus: „Nimm mich auf, o Herr, und ich werde leben“ – so hätte er bei der Professfeier dreimal gesungen.Reliquien: Geras
Seligsprechung: 21.06.1998 durch Johannes Paul II.
Darstellung: als Student, Soldat und Prämonstratenser,
mit dornengekröntem Herz, als Segnender.

26. Oktober
Heiliger Gilbert, Abt, * unbekannt, † 5. Juni 1152
Ritter Gilbert aus dem Hochadel der Auvergne beteiligte sich auf Anraten des Prämonstratenser-Abtes Ornifius aus dem Kloster Dilo am zweiten Kreuzzug (1147-1149), den der hl. Bernhard in Vézelay gepredigt hatte und der vom französischen König Ludwig VII. angeführt wurde. Dieser Kreuzzug endete aber in einem militärischen Desaster. Als Überlebender des gefährlichen Unternehmens beschloss Gilbert zusammen mit seiner Frau Petronilla und seiner Tochter Ponzia, sich Gott zu weihen und ins Kloster einzutreten. Er gab einen Teil seines beträchtlichen Vermögens den Armen und errichtete das Schwesternkloster Aubeterre, in das seine Frau und seine Tochter eintraten. Nachdem er in Dilo Prämonstratenser geworden war, gründete Gilbert die Abtei Neuffontaines und wurde dort um 1151 erster Abt. Nach dem Vorbild des hl. Norbert errichtete er ein Hospital, das wegen der Wunder, die sich dort ereigneten, schnell bekannt wurde. Bußfertig und barmherzig kümmerte er sich selbst um die vielen Leidenden. Man brachte vor allem schwerkranke Kinder zu ihm, die er – nach Auflegung der Hände – geheilt ihren Eltern zurückgab. Gilbert starb am 5. Juni 1152, von Buße und schwerer Arbeit ausgezehrt.Reliquien: keine vorhanden
Kultapprobation: 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Prämonstratenser mit ausgestreckter Hand und Bedürftigen, als Abt und Baumeister oder sich mit dem Architekten beratend, mit Kirchen-/Klostermodell, als Segnender,
mit Attributen des Kriegsdienstes zu Füßen.

14. November
Heiliger Siard, Abt, * unbekannt, † 13. November 1230
Siard stammte aus einer friesischen Adelsfamilie und studierte in der Klosterschule von Mariengaarde, wo der hl. Friedrich zu jener Zeit Abt war. Hier bat er wohl vor 1175 um die Aufnahme ins Noviziat; nach 20 Jahren Klosterleben wurde er 1194 zum fünften Abt von Mariengaarde gewählt. Nichts von seinem Verhalten im Alltag unterschied ihn von seinen Mitbrüdern, weder Habit noch Essen und Wohnbedingungen. So führte er als guter Leiter sein Kloster sowohl auf materiellem wie spirituellem Gebiet; Mariengaarde wurde eine blühende Abtei. Wenn sich Siard auf Reisen begab, nahm er stets einen großen Brotkorb mit, um seinen Proviant an die Armen zu verteilen. Er hatte das Charisma, Hass zu besänftigen und streitende Parteien zu versöhnen. Siard begleitete seine Mitbrüder bei der Handarbeit, besonders auf den Feldern. Unter der Anleitung ihres Abtes rezitierten die Prämonstratenser von Mariengaarde die Psalmen, während sie ernteten. Den Mitbrüdern, die das Haus verlassen mussten, wünschte er drei Dinge: eine fröhliche Abreise, einen friedlichen Aufenthalt und eine gute Rückkehr. Nach 36 Jahren als Abt beendete Siard seinen irdischen Lauf am 13. November 1230.Reliquien: Tongerlo, Windberg und Leffe
Kultapprobation: 22.01./08.03.1728 durch Benedikt XIII.
Darstellung: als Abt, Brot aus einem Korb an Arme und Pilger verteilend, mit Geißel, Kreuz und Siegespalme.