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Säkularisation und Wiederbesiedelung


Sakularisation 1803
Als die Mitglieder des Konvents von Speinshart am Markustag, dem 25. April 1803 vom Gottesdienst und der an diesem Tag traditionellen Flurprozession zurück ans Kloster kamen, wurden sie vom staatlich eingesetzten Administrator Alois Tretter (ehem. Klosterrichter) empfangen. Dieser verkündete ihnen das Aus der Abtei Speinshart. Dem relativ jungen Konvent blieb nichts anderes übrig, als das Kloster mit wenigen Habseligkeiten zu verlassen, um ein neues Leben zu beginnen. Allesamt standen die Chorherren vor der Entscheidung, ein neues ziviles Leben zu beginnen oder als Seelsorger in verschiedensten Bereichen eine neue Aufgabe zu finden. Die Mehrheit der Speinsharter Konventualen konnten sich so eine neue Zukunft aufbauen. Abt Dominikus II. Wagner zog sich ins Privatleben zurück und lebte bis zu seinem Tod 1824 in seiner Heimatstadt Schwandorf. Er bezog ebenso wie alle anderen Mitglieder des Konventes eine Pension vom Staat.

Wiederbesiedelung 1921
Alles begann mit einem kleinen unscheinbaren Büchlein, das der Regensburger Diözesanpriester Georg Blößner im Jahre 1904 veröffentlichte. Er schrieb in diesem Werk die Geschichte der barocken Äbte vom Kloster Speinshart zusammen. Ein Exemplar verirrte sich nach New York, wo es einem amerikanischen Priester in die Hände fiel. Er nahm Kontakt mit dem Verfasser auf, und stellte ihm seine Idee vor: Er wolle das ehemalige Kloster kaufen und einer Ordensgemeinschaft zur Verfügung stellen. Als bereits die Verhandlungen mit dem bayrischen Staat angelaufen waren, meldete sich der kunstsinnige Prälat Dr. Michael Hartig zu Wort und machte den Vorschlag, zunächst beim Prämonstratenserorden anzufragen, ob nicht Interesse an einem Rückkauf bestehe. Und tatsächlich, die Abtei Tepl in der Nähe von Marienbad zeigte großes Interesse am Kauf von Speinshart. Nach langen Verhandlungen ging schließlich 1921 der Gebäudekomplex in den Besitz der Abtei Tepl über. Der dortige Abt Dr. Gilbert Helmer war nun sehr darum bemüht, Speinshart mit Leben zu füllen.
Mit den beiden Chorherren Richard Totzauer und Augustin Hilburger begann erstmals nach der Säkularisierung von 1803 wieder prämonstratensisches Leben in Deutschland. Am 2. Oktober 1921 sind sie in Speinshart eingezogen. Am 15. April 1923 konnte dann endlich die juristische Wiedererrichtung der Abtei Speinshart bekannt gegeben werden. Abt Gilbert Helmer wurde als Administrator bestellt.