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Historische Friedhöfe der Deutschen in Tschechien

GEDÄCHTNISORTE ZWISCHEN ZEIT UND EWIGKEIT

MI | 22.11.17 | 19:00 UHR | MUSIKSAAL


Am Mittwoch, 22. November um 19 Uhr richtet Anna Knechtel (Adalbert Stifter Verein, München) in einem Vortrag im Kloster Speinshart den Blick auf historische Friedhöfe der ehemals deutschen Bevölkerung in Tschechien. Angesiedelt an der Grenze zwischen Zeit und Ewigkeit sind diese Friedhöfe aber nicht nur Zeugen der Geschichte. Es wird auch die Rede sein von neuen Initiativen in Tschechien, die diese verlassenen Orte als gemeinsames Kulturerbe von Deutschen und Tschechen erhalten.

Kein Bestattungsort bleibt für immer und ewig erhalten. Die Friedhöfe einer verschwundenen Bevölkerung erwecken jedoch in besonderer Weise den Eindruck von Melancholie. Denn die gewaltsame Trennung von Orten, die Lebende und Tote in Bräuchen und Lebenszusammenhängen auf besondere Weise verbinden, ist besonders schmerzlich. Bis heute stößt man im Grenzgebiet der Tschechischen Republik auf die verlassenen Friedhöfe der nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewiesenen Deutschen. Neben einfachen, gut erhaltenen Dorffriedhöfen gibt es städtische Friedhöfe mit prächtigen Grabmalen, die mitunter klangvolle, in Vergessenheit geratene Namen nennen. Es gibt aber auch gewaltsam zerstörte Friedhöfe oder solche, die von der Vegetation nahezu verschlungen, kaum noch auffindbar sind.

In ihrem Vortrag wird Anna Knechtel Beispiele bringen von Friedhöfen, die dem Vergessen anheimgegeben wurden, wie auch von solchen, auf denen Gräber neu belegt wurden. Sie vermitteln einen pragmatischen, vom Wunsch nach Normalität geprägten Umgang.

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr und findet im Musiksaal statt. Bei freiem Eintritt werden die Zuhörer am Ausgang um eine Spende gebeten.